Salutogenese – Wie entsteht Gesundheit?

Ein Modell, das absolut praxistauglich ist.

Der israelisch-amerikanische Mediziner und Soziologe Aaron Antonovsky entwickelte in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Fragestellung und Sichtweise für das Wohlbefinden von Menschen. Denn alleine durch die subjektive Beurteilung von bestimmten Situationen ändert sich oftmals das Lebensgefühl.

Im Gegensatz zur Pathogenese – die Entstehung von Krankheiten – beschäftigt sich die Salutogenese mit der Entstehung von Gesundheit.

Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen. Die entscheidenden Aspekte sind Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit.

Um aus seinem Hamsterrad der Gedanken und der immer wiederkehrenden Ängste, Befürchtungen und negativen Situationen in seinem Leben auszusteigen hat es sich bewährt, der Sache mit System zu begegnen.

So ist jeder in der Lage sich seiner aktuellen Krise, dem Drama, in dem man sich befindet, durch diese Denkweise anzunähern und zur subjektiven Verbesserung beizutragen.

Immer wieder kann es uns begegnen, dass wir an bestimmten Stellen in unserem Leben festhängen, dass wir nicht weiter kommen, dass wir keinen Horizont mehr sehen. Das kann im privaten Bereich sein, im beruflichen Umfeld, in Beziehungen oder vielleicht auch bei körperlichen Problemen.

Es gibt auch Situationen in denen wir nicht einmal mehr wissen, wozu wir uns überhaupt noch abmühen. Oder wo uns einfach alles über den Kopf wächst. Und in solchen Zeiten geht es uns oftmals gar nicht gut. Möglicherweise erkranken wir an Körper oder Geist oder Seele.

An dieser Stelle setzt nun das Modell der Salutogenese an. Hiermit haben wir die Möglichkeit wieder in ein Gleichgewicht zu kommen, wieder das Schöne im Leben zu erkennen und zurück auf unseren Pfad zu finden. Die erforderliche Denkweise ist ganz einfach, jeder kann sie bei sich anwenden.

Damit Menschen sich selbst als glücklich und gesund bezeichnen (selbst wenn man vielleicht von außen denkt, dass dieser Mensch weder glücklich noch gesund sein KANN), bedarf es drei Bedingungen.

  1. Verständnis: Wenn man versteht warum Dinge so passieren wie sie eben passieren, wenn man den Zusammenhang erkennt wie es zu der aktuellen Situation gekommen ist, dann findet man in sich Klarheit. Und dies wiederum führt dazu, dass man die aktuelle Krise annehmen kann, dass man bereit ist auch etwas zu opfern und dass auch Fehlschläge akzeptiert werden.
  2. Sinn: Wenn man einen Sinn in dem erkennt was da geschieht, wenn man fühlt, dass das alles für irgendetwas gut ist, dann trägt man die Herausforderungen leichter und ist optimistischer als Menschen ohne Sinn für die Situation.
  3. Machbarkeit: Wenn man einen Weg aus der Krise sieht, wenn man glaubt oder sogar weiss dass man die Situation bewältigen kann, dann ist man nicht mehr pessimistisch, dann fühlt man sich nicht mehr hilflos und krank. Und so ist jeder in der Lage sich seiner aktuellen Krise, dem Drama in dem man sich befindet, durch diese Denkweise anzunähern und zur subjektiven Verbesserung beizutragen. Und diese subjektive Verbesserung führt dann in der Regel auch zu objektiven Änderungen.

Und so ist jeder in der Lage sich seiner aktuellen Krise, dem Drama in dem man sich befindet, durch diese Denkweise anzunähern und zur subjektiven Verbesserung beizutragen. Und diese subjektive Verbesserung führt dann in der Regel auch zu objektiven Änderungen.

Der Vorschlag: Sieben Schritte zu einem anderen Lebensgefühl.

Diese Strategie ist sehr gut dazu geeignet eine neue Wahrnehmung zu erhalten, die Situation entspannter zu sehen und einen Ausweg zu finden. Möglicherweise dient sie aber auch dazu anzuerkennen, dass professionelle Hilfe eines Therapeuten, Heilpraktikers oder Coaches sinnvoll ist.

Schau Dir nun eine Situation in Deinem Leben an in der Du leidest, in der Du nicht mehr weiterkommst.

  1. Anerkennen was ist: Komme im hier und jetzt an. Benenne ehrlich die Situation an der Du leidest. Spüre in Dich hinein, fühle alles was es zu fühlen gibt.
  2. Ankommen im Nichtwissen: Erlaube Dir den ungeheuren Luxus, dass Du im Moment die Lösung nicht weißt. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern es bringt Dir Entspannung.
  3. Bitte um Hilfe: Wir sind darauf geeicht immer alles alleine zu machen, alles alleine zu wissen. Aber ein weiterer Luxus ist es über seinen Schatten zu springen und um Hilfe zu bitten. Ob bei Deiner Freundin, bei Gott, bei der Existenz oder einem Coach. Es öffnet neue Räume.
  4. Verständnis: Jetzt schau Dir ehrlich an, wie es zu dieser Situation gekommen ist. Auch wenn es weh tut: Pack alle Karten auf den Tisch.
  5. Sinn: Sieh noch einmal auf die Situation. Erkennst Du einen tieferen Sinn? Vielleicht ist ein Geschenk darin verborgen? Vielleicht erkennst Du, dass Du grundlegend etwas ändern solltest?
  6. Machbarkeit: Vielleicht fühlst Du Dich ohnmächtig, Du weißt nicht, wie es weiter geht. An der Stelle konzentriere Dich nur auf den nächsten, ersten Schritt. Und sei er noch so klein. Und dann wieder auf den nächsten.
  7. Dankbarkeit: Wofür bist Du dankbar, wenn Du auf die Situation schaust? Dankbarkeit ist Balsam für die Seele. Nutze diesen Balsam für Deine Heilung.

Nachdem Du diese Schritte durchlaufen hast spüre in Dich hinein. Ist der graue Schleier, der Nebel, verzogen? Hast Du mehr Klarheit und Optimismus?

1Kommentar
  • Nathalie

    21. August 2017 at 09:24 Antworten

    Ich liebe die sieben Schritte! Danke 🙂

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